Monatlich lesenswerte Artikel und Interviews zu immobilienrelevanten Themen – Politik, Wirtschaft, Recht, Beruf und Verbandsnews.

Aufrufe
vor 1 Woche

Immobilia September 2026

  • Weitere Details anzeigen
  • Facility management
  • Gebäudesicherheit
  • Brandschutz
  • Treppen
  • Geländer
  • Handläufe
  • Einbruchschutz
  • Höhere fachprüfung
  • Immobilientreuhand
  • Stahlbau
  • Glasbau
  • Beton
  • Immobilienentwicklung
  • Facility services
  • Alarmanlagen
  • Holzbau
  • Heizung
  • Lüftung
  • Immobilien
  • Svit

IMMOBILIENWIRTSCHAFT

IMMOBILIENWIRTSCHAFT FACILITY MANAGEMENT BEFRAGUNG ZUM AKTUELLEN FM-BRANCHENSTAND Die länderübergreifende Studie «Facility Management Monitor» geht Ende September mit einer neuen Umfrage in eine weitere, spannende Runde. Vorher blicken wir aber noch auf die Ergebnisse aus dem Vorjahr zurück. TEXT—MATHIAS RINKA* WEITERES WACHSTUM «Der Markt für Facility Services in Europa setzt seinen kontinuierlichen Wachstumstrend fort und blickt optimistisch in die Zukunft.» So lautete das Fazit des «Facility Management Monitors», der von der internationalen Beratungsgesellschaft PwC und drei FM- Fachkammern in der DACH-Region initiiert und zuletzt im Mai 2025 publiziert wurde. Nun ist es wieder so weit: Die neue Umfrage für frische Resultate läuft Ende September an. Allgemein erwartet wird bis 2027 eine Steigerung des Gesamtumsatzvolumens in allen europäischen Kernmärkten. Gemäss Berechnung von Mordor Intelli gence geht man von einer Umsatzsteigerung auf 373 Mrd. USD aus. Im Jahr 2023 lag der Umsatz noch bei 329 Mrd. USD - und somit 44 Mrd. niedriger. Umsatzstärkster Markt ist und bleibt aufgrund der Landesgrösse Deutschland. Dort wird für 2027 mit einem Umsatzvolumen von über 101 Mrd. USD gerechnet. Das jährliche Umsatzplus der vergangenen Jahre läge somit bei rund 4% im Schnitt. Auf Basis der DACH-Umfrage unter Nutzern und Dienstleistern zu den Herausforderungen und Trends der Branche zeigten sich beim «Facility Management Monitor» im Jahr 2025 folgende Ergebnisse: Die Mehrzahl der Befragten (57%) war der Ansicht, dass ein effektives und nachhaltiges Facility Management strategisch an Bedeutung gewinne und wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen könne. Wichtigster Punkt, um Kosten zu sparen und effizienter zu arbeiten, war mit Nennung von 62% der Befragten die Einführung von IT und die Digitalisierung von Prozessen. SERVICE-ZUFRIEDENHEIT Zudem sorgten vor zwei Jahren die Themen «neue hybride Arbeitswelten mit flexibler Raumgestaltung» und «eine verstärkte Integration digitaler Technologien» gemäss 40% der Umfrageteilnehmenden für wesentliche Veränderungen in der FM-Branche. Als wesentliche Wachstumshürden wurden der Personalbzw. Fachkräftemangel ( jeweils 78%) sowie wachsende ESG-Anforderungen bezüglich der Nachhaltigkeit von Unternehmen und des Immobilienbetriebs (72%) von einer Mehrheit genannt. Beide Themen werden wohl weiter prominent vertreten sein. Neue Arbeitswelten, Digitalisierung und wachsende Anforderungen verändern stetig die Bedürfnisse der Nutzer - und damit auch die Serviceleistungen im Facility Management. Wie die vergangene Branchenanalyse ergab, waren knapp die Hälfte der Nutzer mit den Services ihrer Dienstleister «zufrieden» bzw. «eher zufrieden». «Vollständig zufrieden» waren lediglich 12%. «Unzufrieden» war gar jeder sechste Nutzer. BILD: PIXABAY Die Umfrageergebnisse zur Anwendung von KI bei der Beschaffung von FM und der Angebotsausarbeitung zeigen einen noch geringen Digitalisierungsgrad: 65% der Befragten nutzt KI im FM-/FS-Bereich überhaupt nicht. DIE ZUFRIEDEN- HEITSQUOTE LIEGT IN DER SCHWEIZ UND ÖSTERREICH HÖHER ALS IN DEUTSCHLAND. UNTERSCHIEDE DER DACH-REGION Die Facility-Services-Nutzer («Corporates», institutionelle Investoren und öffentliche Hand) in Österreich (67%) und in der Schweiz (60%) waren mit ihren Facility-Services-Dienstleistern deutlich zufriedener als etwa die Nutzer in Deutschland. Dort wurde eine Zufriedenheitsquote von lediglich 42% festgestellt. «Wesentliche Faktoren für eine hohe Zufriedenheit der Nutzer sind eine kontinuierliche Qualität der Serviceleistungen und langfristige Vertragsbeziehungen», heisst es seitens PwC Germany. Die Umfrageergebnisse zur Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) bei der Beschaffung von Facility Services und der Angebotsausarbeitung verdeutlichten einen noch geringen Digitalisierungsgrad: Mit 65% gab fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Befragten an, KI im FM-/FS-Bereich überhaupt nicht zu nutzen. 24% erklärten, sie setzten KI nur gelegentlich ein, während nur 4% die Technologie regelmässig (2%) bzw. intensiv (2%) einbinden. Kein Unternehmen berichtete von einem vollständigen Einsatz von KI in der Beschaffung. KI UND DIE DATENFRAGE Die Zurückhaltung gegenüber der Nutzung von KI liess und lässt sich weiterhin durch mehrere Faktoren erklären: Zum einen stellen die Komplexität und die potenziell hohen Implementierungskosten der Technologie erhebliche Hürden dar. Zum anderen mangelt es häufig an Vertrauen in die Verlässlichkeit und Genauigkeit von KI-Systemen. Viele Unternehmen bevorzugen traditionelle, bewährte Prozesse, die vermeintlich weniger Risiken im Hinblick auf Sicherheit und Datenschutz bergen. 22 IMMOBILIA / September 2026

Spannend zu sehen sein wird, wie die Ergebnisse der aktuellen Umfrage ausfallen werden. Es ist aber davon auszugehen, dass die Unsicherheiten bezüglich der Wirksamkeit von reinen KI-Lösungen nicht sehr stark abgenommen haben dürften. Die Fragen nach Fachkenntnissen, der Akzeptanz und Anwendung dieser Technologien dürften interessante Einblicke in den Status quo beim Thema KI im Facility Management sowie der Beschaffung der Services aufzeigen. Ein zentraler Aspekt ist weiterhin die Breite und Tiefe der Datenbasis. Sie ist für die effektive Nutzung von KI erforderlich: «Ohne qualitativ hochwertige und umfassende Daten können die Vorteile und das volle Potenzial von KI nicht ausgeschöpft werden», hiess es im «Facility Management Monitor 2025». Doch in der Zwischenzeit hat die Frage nach den Daten bzw. der Datenverfügbarkeit neue Dringlichkeit und Dimensionen erhalten. Inwieweit dies Folgen und Auswirkungen auf das Facility Management hat, werden die Ergebnisse der neuen Umfrage zeigen, deren Publikation im Jahr 2027 erfolgen wird. «FACILITY MANAGEMENT MONITOR» DER DACH-REGION Zur Studienmethodik: Im Rahmen einer explorativen und deskriptiven Online-Umfrage werden mehr als 200 Expertinnen und Experten des Facility Managements aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu aktuellen Trends und Herausforderungen befragt. Die Auswertung der Umfrage erfolgt statistisch, wobei durch die Anwendung von Kreuztabellen tiefere Einblicke in das Antwortverhalten der einzelnen Teilnehmergruppen gewonnen werden. Der Anteil der befragten Nutzer von Facility Services lag bei der 2025er-Studie bei 56%. Dienstleister sowie Berater und Verbände machten jeweils 22% der Umfrageteilnehmenden aus. 57% der Nutzer waren unter den industriellen Investoren zu finden. 12% der «Corporates» und 7% der Dienstleister hatten mehr als 100 000 Mitarbeitende. 34% der Dienstleister beschäftigten weniger als 250 Mitarbeitende. Die intern auch «FM3 Facility Management Monitor» genannte Studie in Kooperation mit den Organisationen SVIT FM (Schweiz), FMA (Österreich) und RealFM (Deutschland) sowie der Online-Eventplattform Builtworld verfolgt einen verbandsgetragenen Ansatz und bildet die Einschätzungen, Erwartungen und Zukunftsthemen der FM-Community im DACH-Raum ab. Scannen Sie den QR-Code rechts, um die Ergebnisse des «Facility Management Monitors 2025» einzusehen und den Bericht herunterzuladen. Hinweis: In diesem Jahr findet erneut eine Befragung statt. Diese wird Ende September 2026 per Einladung über die DACH-Verbände erfolgen. Eine breite Beteiligung an der Befragung ist für die Aussagekraft der Studie äusserst wichtig. DIGI TALISIERUNG VON PROZESSEN WURDE ALS WICHTIGSTER PUNKT GENANNT, UM KOSTEN ZU SPAREN UND EFFIZIENTER ZU ARBEITEN. *MATHIAS RINKA 21 Der Autor ist Immobilienjournalist und Kommunikationsberater. ANZEIGE Sabine Stocker - Mitglied der Geschäftsleitung IMMO-11 GmbH « Für uns ist das STWEG-Portal von W&W unverzichtbar geworden.» W&W Immo Informatik AG wwimmo.ch IMMOBILIA / September 2026 23

Immobilia - Die Verbandszeitschrift des SVIT Schweiz

SVIT Schweiz
Greencity
Maneggstrasse 17
CH-8041 Zürich

Impressum