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Immobilia September 2026

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IMMOBILIENWIRTSCHAFT

IMMOBILIENWIRTSCHAFT FACILITY MANAGEMENT ENABLER-EFFEKT: WIE FM MÖGLICH- KEITEN SCHAFFT Facility Management ist ein Ermöglicher in volatilen Zeiten - dank stabilem Betrieb, Wachstumsmöglichkeiten und beherrschbaren Risiken. TEXT—MATHIAS RINKA* Facility Management verbindet bauliche, technische und organisatorische Strukturen und stellt deren funktionierendes Zusammenspiel sicher - auch in volatilen Zeiten. BILD: PIXABAY Das Positionspapier beschreibt konsequent den Rollenwechsel: vom operativen Unterstützungsbereich zum Enabler unternehmerischer Anpassungsfähigkeit. Damit wird FM weniger zur Folgeproduktion («Wenn die Entscheidung da ist, machen wir den Betrieb fit») und mehr zur Voraussetzung («Wir ermöglichen die Entscheidung, indem wir die Betriebsfähigkeit herstellen»). KONTUINIERLICHE WEITER- ENTWICKLUNG In Zeiten volatiler Märkte und geopolitischer Unsicherheiten sowie regulatorischer Anforderungen wird das Facility Management zur strategischen Infrastruktur im Gebäudesektor. Immobilientechnik und -services sind nicht länger nur Kostenstellen. Sie werden zum massgebenden Instrument für Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft. Damit beschäftigt sich ein aktuelles Positionspapier der SVIT-Fachkammer Facility Management (siehe Box). Wachstum, Transformation, Konsolidierung und Kostendruck treffen häufig parallel aufeinander. Geschäftsmodelle verändern sich, Flächenbedarf und Nutzungsanforderungen werden in immer kürzeren Zyklen neu vermessen. Was früher in Jahresrhythmen geplant wurde, muss heute in deutlich kürzeren Entscheidungsfenstern umgesetzt werden. Und genau hier liegt die Krux: Unternehmen müssen sich kontinuierlich anpassen, ohne Stabilität im Betrieb zu verlieren. Es ist diese Kombination, die klassisches «operatives Unterstützen» allein nicht abbildet. «Facility Management wird damit DIGITALISIERUNG UND RESILIENZ Ein weiterer aktueller Schwerpunkt ist die Digitalisierung. Die zunehmende Vernetzung von Gebäuden, Anlagen und Serzur Schlüsselfunktion, weil es die Lücke zwischen unternehmerischer Dynamik und betrieblicher Realität schliesst», sagt SVIT-FM-Präsidentin Martina Reinholz. VOM UNTERSTÜTZER ZUM ERMÖGLICHER Die zentrale These des neuen FM-Positionspapiers lautet: Facility Management verbindet bauliche, technische und organisatorische Strukturen und stellt deren funktionierendes Zusammenspiel sicher. Das klingt zunächst selbstverständlich. Doch der Punkt ist nicht die Existenz von Schnittstellen - sondern die Fähigkeit, diese in volatilen Zeiten belastbar zu steuern. Volatilität bedeutet dynamische Anforderungen an Flächen, Nutzungs- und Betriebsmodelle. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Verfügbarkeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Compliance. «FM steht damit in der Mitte der Organisation, nicht am Rand», so Reinholz. Es beeinflusse Stabilität, Flexibilität und Effizienz - und entscheide in der Praxis darüber, ob ein Unternehmen auf Veränderungen schnell und kontrolliert reagiere oder ob es sich im Alltag der Betriebsmathematik verfange. BESSER REAGIEREN KÖNNEN Die Fachkammer-Präsidentin stellt den Begriff der Flexibilität ins Zentrum der Betrachtung: «Veränderte Geschäftsmodelle führen zu häufigen Anpassungen von Flächenstrukturen: Expansion, Verdichtung, Umnutzung oder Reduktion. Diese Anforderungen sind nicht nur planerisch, sondern vor allem operativ - denn aus einem Flächenentwurf muss eine Betriebsrealität werden.» Das Positionspapier nennt dazu als Must-haves die frühzeitige Einbindung in Planungs- und Veränderungsprozesse, standardisierte Inbetriebnahmen sowie skalierbare und modulare Leistungsmodelle. Dahinter stecke eine operative Logik, die im FM oft unterschätzt werde, so Reinholz. «Flexibilität ist nicht nur weniger Aufwand bei Änderungen, sondern vor allem mehr Reaktionsfähigkeit bei kontrollierten Qualitätsstandards.» Wenn Inbetriebnahmen nicht standardisiert sind, werde aus der gewünschten Schnelligkeit ein unberechenbares Projektrisiko, so Reinholz weiter. Wenn Leistungsmodelle nicht skalierbar und modular gedacht sind, bleibe nur der kostspielige Weg über Sonderlösungen. «Und wenn FM nicht früh eingebunden wird, entstehen Schnittstellenprobleme zwischen Planung und Betrieb - die dann in der Übergabezeit oder im ersten Nutzungszyklus eskalieren.» Die Fähigkeit, Flächen und Services schnell und zuverlässig bereitzustellen, bestimme die Reaktionsfähigkeit eines Unternehmens massgeblich. FM werde dadurch auch zur «Betriebs-Geschwindigkeit», die Unternehmen in volatilen Phasen Wettbewerbsvorteile verschaffe. 20 IMMOBILIA / September 2026

59 vices schafft neue Abhängigkeiten und Risiken. Digitale Systeme sind integraler Bestandteil des Betriebs geworden. «FM muss diese Entwicklung aktiv gestalten - etwa durch Integration digitaler Systeme, Sicherstellung von Datenqualität, Schnittstellenmanagement sowie die Berücksichtigung von IT- und OT-Anforderungen», erklärt Reinholz. Resilienz bedeute, digitale und physische Infrastruktur gemeinsam zu denken und abzusichern. «Das ist eine wichtige Verschiebung. In vielen Organisationen werden OT-Themen (Operational Technology) und IT-Themen noch immer in Silos geführt. Unser Positionspapier fordert indirekt, diese Trennung operativ aufzulösen.» Damit wird das FM zum Orchestrator zwischen digitalen Betriebswelten (Daten, Systemen, Automationslogik) und realen Betriebswelten (Energie, Versorgung, Sicherheit, Verfügbarkeit). Ein erstes Fazit: FM muss heutzutage über Schnittstellenkompetenz verfügen und nicht nur über technische Kenntnisse. «Denn wenn Datenqualität oder Schnittstellenmanagement scheitern, wirkt sich das unmittelbar auf Betriebsabläufe aus. Digitalisierung erhöht nicht automatisch die Resilienz; sie kann sie auch untergraben, wenn Governance und Prozesse nicht mitwachsen», resümiert Reinholz. Finales Fazit: FM ist nicht nachgelagerte Funktion, sondern aktiver Bestandteil der Wertschöpfung. Genau deshalb wird das Gebäudebetriebsmanagement zum Enabler in volatilen Zeiten. Unternehmen, die FM strategisch integrieren, gewinnen Flexibilität, sichern die Betriebsstabilität und erhöhen die Reaktionsfähigkeit. Unternehmen, die Facility Management primär als Kostenfaktor betrachten, schaffen sich strukturelle Risiken. In volatilen Zeiten entscheidet somit über den Erfolg nicht nur, was Unternehmen planen, sondern ob sie auch die Betriebsfähigkeit besitzen, um die Pläne wirksam umzusetzen. «FM wird damit zu einem entscheidenden Faktor für Stabilität, Anpassungsfähigkeit und nachhaltigen Unternehmenserfolg», so Reinholz. POSITIONSPAPIER Scannen Sie den QR-Code, um das Positionspapier «Facility Management als Enabler in volatilen Zeiten» der SVIT-Fachkammer Facility Management einzusehen. *MATHIAS RINKA Der Autor ist Immobilienjournalist und Kommunikationsberater. ANZEIGE WENIGER RISIKO. MEHR SICHERHEIT. BEREIT FÜR BSV 2026 Integraler Brandschutz als strategischer Erfolgsfaktor Zukunftsfähige Immobilien brauchen früh die richtigen Entscheidungen. AFC bringt Brandschutz deshalb bereits auf Portfolio- und Konzeptstufe ein. Mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 3‘500 Projekten. Das macht Brandschutz planbar: wirtschaftlich, effizient und zukunftssicher. Sprechen Sie mit unseren Expertinnen afc.ch SICHERHEIT ENTSTEHT FRÜH - NICHT ERST IM ERNSTFALL. AFC AG Technoparkstrasse 1, 8005 Zürich | +41 58 450 00 00 | info@afc.ch | afc.ch | Standorte: Zürich, Basel

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