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Immobilia Oktober 2025

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IMMOBILIENBERUF KUB

IMMOBILIENBERUF KUB FOCUS BAUEN FÜR DIE MEDIZIN VON MORGEN Baustellenbesuch statt Podium: Im Zentrum der diesjährigen Focus- Veranstaltung der Kammer unabhängiger Bauherrenberater standen die Herausforderungen der Bauherrenund Nutzervertretung bei der Realisierung des Unispital-Neubaus in Zürich. TEXT— RETO WESTERMANN* Sandra Wollschläger (vorne), Claudia König (hinten) und Tobias Rotermund (hinten links) stellten das Projekt vor. BILDER ALESSANDRO DELLA BELLA Zeljko Ljubojevic, stellvertretender Leiter Realisierung auf Seiten des Generalplaners, erklärte der Gruppe die laufenden Arbeiten in der zwei Fussballfelder grossen Baugrube des Universitätsspitals. spitals Zürich (USZ) sprengen gängige Dimensionen. Am 9. September bot die Baugrube eindrückliche Kulisse für den diesjährigen Focus-Anlass der Kammer unabhängiger Bauherrenberater (KUB). Gefragt waren denn auch Stiefel, Helm und Warnweste statt eleganter Strassenkleidung wie bei früheren Focus-Veranstaltungen. Bevor es über 63 Treppenstufen hinunter in die Grube ging, stellten Tobias Rotermund, stellvertretender Gesamtprojektleiter auf Bauherrenseite und KUB-Präsident, sowie Sandra Wollschläger, Projektleiterin Realisation, und Claudia König, Projektleiterin Spitalbetrieb (beide USZ), das Projekt kurz vor. Tobias Roter­ HERAUSFORDERNDE SPITALTECHNOLOGIE So gross wie zwei Fussballfelder, bis zu 23 Meter unter dem gewachsenen Terrain und ein Volumen, das der Ladekapazität von rund 11 000 fünfachsigen Kipplastwagen entspricht - die Dimensionen der Baugrube für die Neubauten Mitte 1 und 2 des Universitätsmund führte mit gezielten Fragen locker durch die Präsentation eines der schweizweit derzeit grössten Hochbauprojekte. Spannend war allein schon der Blick auf die Dimensionen: Bis 2031 werden zwei achtstöckige Gebäude mit 300 Patientenbetten, 23 Operationssälen, einer Intensivstation und einer Radiologie-Abteilung 50 IMMOBILIA / Oktober 2025

31 erstellt. Das Investitionsvolumen beträgt rund 950 Mio. CHF. Entsprechend aufwendig ist die Projektorganisation. «Da eine Vielzahl an Themen bearbeitet werden muss, haben wir beim Generalplaner beispielsweise nicht einen, sondern mehrere Ansprechpartner für unterschiedliche Bereiche», sagte USZ-Projektleiterin Wollschläger. Eine Herausforderung ist auch die rasch voranschreitende Entwicklung der Spitaltechnologie. «Wir wissen heute noch nicht, welche Geräte in vier Jahren für die Behandlung und Pflege aktuell sein werden, und müssen deshalb dann kurzfristig reagieren können», Ausrüstung für den Besuch der Baugrube. informierte Claudia König, Projektleiterin Spitalbetrieb. Spannend für die Bauherrenberaterinnen und -berater war auch ein Blick auf den Bauablauf. «Um ein so grosses Projekt in nützlicher Zeit realisieren zu können, mussten wir die einzelnen Phasen übergreifend organisieren», betonte Tobias Rotermund. So begann etwa der Rückbau der bestehenden Gebäude bereits als die Erarbeitung des Bauprojekts noch lief. Wichtig ist beim USZ-Neubau auch das Controlling: Alle sechs Monate überprüfen externe Fachleute im Rahmen eines Audits alle relevanten Punkte. ROHBAU IN REKORDZEIT Nach dem interessanten Theorieblock folgte unter Leitung von Zeljko Ljubojevic, dem stellvertretenden Leiter Realisierung auf Seiten des Generalplaners, der Blick in die Praxis. Tief unten in der Grube erklärte er, wie das riesige Volumen ausgehoben und gesichert wurde - alles mit besonderen Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeitenden und der Patientinnen und Patienten in den angrenzenden Gebäuden. Eine grosse Unbekannte war dabei der Molassefels im Untergrund. «Zum Glück war er weniger hart als befürchtet und konnte ohne Sprengung und allzu grosse Erschütterungen mechanisch abgebaut werden», sagte Ljubojevic. Gesichert wurde die Grube mit 1730 Nägeln und Ankern. Besonders eindrücklich waren auch die Ausführungen zum bereits begonnenen Bau der Untergeschosse: Bis in gut einem halben Jahr soll der Rohbau schon die Höhe des Erdgeschossbodens erreicht haben - und nochmals gut ein Jahr später werden die acht Obergeschosse hochgezogen sein. Mit diesen eindrücklichen Zahlen im Kopf ging es die 63 Stufen wieder nach oben zum Apéro. Dort blieb genügend Zeit, um bei Häppchen und Getränken aus der Spitalhotellerie mit den Baufachleuten des Unispitals über die Herausforderungen im derzeit wichtigsten Spitalbauprojekt der Schweiz zu fachsimpeln und einen gelungenen Anlass Revue passieren zu lassen. * RETO WESTERMANN Der Autor ist Journalist BR, dipl. Arch ETH, Mit inhaber der Alpha Media AG und Kommunikationsbeauftragter der KUB. ANZEIGE realestate-experts.ch mehr als 300 Schweizer Immobilienexperten, die man kennen muss... IMMOBILIA / Oktober 2025 51

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